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Fachartikel zum Thema im Ärzteblatt Sachsen 

Autor: Dr. med. Charlotte Neidhardt

Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Der Facharzt für psychosomatische Medizin – es gibt ihn seit dem 106. Deutschen Ärztetag! Ein Bild aus der Alltagspraxis: Der Patient äußert Beschwerden, hat schon mehrere Ärzte und Fachärzte aufgesucht in der Hoffnung, eine Klärung und Behandlung zu erhalten. Er hat erfahren, dass die Befunde der Norm entsprechen, alles sei in Ordnung, Gott sei Dank.

Die Symptome sind aber weiter da. Er fühlt sich nun verunsichert und nicht ernst genommen. Wir wünschen ihm, dass einer der Kollegen auf die Idee kommt, ihn nicht nur organbezogen, sondern auch auf der psychosomatischen Ebene zu explorieren. Das letzte Mal hatte er ja womöglich resigniert den Heilpraktiker aufgesucht. Diesmal soll er ohne Umwege fachgerecht untersucht und behandelt werden –beim Psychosomatiker, dem Fachharzt für Psychosomatische Medizin. Der nimmt dann auch seinen Kummer ernst, beleuchtet diesen vor dem Hintergrund seiner Biographie, Charakterstruktur und auslösenden Situation, erwägt individuelle Behandlungsstrategien.

Die psychosomatische Medizin steht in der ärztlichen Tradition einer ganzheitlichen Sicht des Menschen. Die Zusatzbezeichnung Psychotherapie wurde bereits in den 50er Jahren für Ärzte eingeführt und neben der psychosomatischen Grundversorgung zunehmend verfeinert.In den 60er Jahren konnte anhand großer Fallzahlen nachgewiesen werden, dass analytische Psychotherapie kausal wirksam ist. Sie führt zu einer nachhaltigen Gesundung, Reduzierung von Krankheitstagen und Krankenhausaufenthalten. Daraufhin wurde die Psychotherapie als Pflichtleistung in die Gesetzliche Krankenversicherung übernommen.

Anfang der 70er wurde Psychosomatische Medizin Pflichtfach in der ärztlichen Approbationsordnung. In der DDR wurde 1978 der Facharzt für Psychotherapie – als „Zweitfacharzt“ geschaffen. Durchaus folgerichtig, denn Psychotherapie kommt aus der Medizin, sie ist Heilkunde.

In der BRD wurde die Zusatzbezeichnung Psychoanalyse in den 80ern eingeführt.Nach der Wiedervereinigung wurde 1992 das Fachgebiet „Psychotherapeutische Medizin“ durch den Deutschen Ärztetag festgelegt, 2003 neu definiert und umbenannt: „Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“. Die entstandene Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer wurde von allen Landesärztekammern übernommen. Sie beinhaltet eine 5-jährige Weiterbildung, davon ein Jahr in der somatischen Medizin (Innere, Neurologie, Dermatologie, Gynäkologie, Pädiatrie oder Orthopädie), 3 Jahre Psychotherapeutische Medizin, 1 Jahr Psychiatrie. Inhaltlich sollen eingehende Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in den theoretischen Grundlagen, in der Diagnostik und Differenzialdiagnostik seelisch bedingter und mitbedingter Krankheiten und solcher Leidenszustände, an deren Entstehung psychosomatische und somatopsychische Momente maßgeblich beteiligt sind, erworben werden, sowie in der differenzierten Indikationsstellung und selbstständigen, eigenverantwortlich durchgeführten Psychotherapie im ambulanten wie stationären Bereich, einschließlich präventiver und rehabilitativer Maßnahmen.

Voraussetzung für die Entwicklung eines adäquaten Verständnisses. Auch die psychischen Faktoren, die bei der Entwicklung der Krankheit mitspielten, müssen beleuchtet werden. Vielleicht lässt er sich gewinnen für die Reise in seine Innenwelt, und er macht eine Psychotherapie beim Facharzt für Zurück zu unserem Patienten: um dem oben angenommenen Beschwerdebild gerecht zu werden, ist eine ärztlich-psychotherapeutische Doppelqualifikation Psychosomatische Medizin. Hier liegt der Schlüssel für einen positiven Behandlungsverlauf, der die körperlichen, psychischen und sozialen Gegebenheiten mit berücksichtigt.

Von der Kompetenz her bietet die psychosomatische Facharztpraxis alle, das heißt organisatorische wie methodische Voraussetzungen für ein fachspezifisches, umfangreiches und differenziertes Angebot an alle medizinischen Fachdisziplinen: er ist der Spezialist für die differentialdiagnostische Abklärung und Behandlung neurotischer, psychosomatischer, funktioneller und somatoformer Störungen.An dieser Schnittstelle zwischen somatischer und psychologischer Krankheitsbetrachtung nimmt er die Koordinationsfunktion wahr mit dem Ziel, Fehlbehandlungen und damit verbundene Chronifizierungen zu vermeiden.

Das universitäre Lehrfach in der ärztlichen Approbationsordnung heißt Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. In Übereinstimmung damit wurde auch das Fachgebiet in der Musterweiterbildungsordnung umbenannt. Dies erscheint zweckmäßig und ist darüber hinaus folgerichtig, da so deutlicher wird, dass es sich um einen medizinischen Versorgungsbereich mit einem eigenständigen wissenschaftlichen Paradigma handelt, zu dessen praktischer Umsetzung eine ärztlich-psychotherapeutische Doppelkompetenz unerlässlich ist.

Darüber hat der Deutsche Ärztetag im Mai 2003 entschieden – aus dem ärztlichen Psychotherapeuten ist so per Facharzt für Psychosomatische Medizin das geworden, was er schon lange war: der Psychosomatiker.


Ärzteblatt Sachsen 6/2004

Autor: Dr. Charlotte Neidhardt
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie,
Fachärztin für Psychosomatische Medizin
Psychotherapie und Psychoanalyse
Praxis Berlin Kreuzberg: Paul-Lincke-Ufer 34, 10999 Berlin Kreuzberg
Praxis Sachsen: Merschwitzer Straße 18, 01612 Diesbar-Seusslitz



Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten Psychoanalyse, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin sowie in dem von Dr. med. Charlotte Neidhardt im Ärzteblatt Sachsen veröffentlichten Artikel Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.